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05.05.2010 | Neue Zürcher Zeitung
nz. Das Unternehmen Diethelm Keller Siber Hegner (DKSH) hat sich auch 2009 keine grossen Blössen gegeben, wobei sich insbesondere der Geschäftsbereich Technologie sowie die Luxusgüter der ruppigen Wirtschaftskrise nicht entziehen konnten. In lokaler Währung expandierte der Umsatz um 11% und in Frankenwerten um 4,8%. Verglichen mit dem Einbruch des Welthandels, der 2008/09 rund 12% betragen haben dürfte, zeugt das von einem erheblichen Standvermögen.
Blick in eine weitere KarteCEO Jörg Wolle informierte erstmals über die Gewinnentwicklung – dies eine Offenherzigkeit, wie sie für ein privat gehaltenes Unternehmen wie DKSH nicht selbstverständlich ist. Gemessen am Nettoumsatz wurde eine Marge von 1,3 (i. V. 1,4)% erwirtschaftet. Die langjährige Praxis, nur 25% bis 30% der Gewinne auszuschütten, sichert dem Unternehmen– zusätzlich zu einer Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr – jene Flexibilität, um in einem garstigen Umfeld Kaufgelegenheiten zu nutzen. Als Aktionär wurde neulich Pierre Mirabaud, früherer Präsident der Bankiervereinigung, begrüsst; er hat ein Paket von Müller-Möhl erworben. Vermutlich handelt es sich um ein finanzielles Engagement ohne strategische Absicht.
Im ersten Quartal des laufenden Jahres, das Umsatz- und Ebit-Zunahmen um 8% bzw. um 25% brachte, stiessen Hagemeyer Cosa Liebermann, Chiao Tai Logistics und Biolife mit insgesamt 700 Mitarbeitern zur DKSH-Gruppe. In der Folge werden die Distributions- und Beziehungsnetze in mehreren Märkten Asiens noch enger geknüpft. Wolle wies darauf hin, dass die Dienste des Unternehmens vermehrt im innerasiatischen Geschäft in Anspruch genommen würden. Beispielsweise wird einem japanischen Unternehmen die Vorarbeit zur Erschliessung der Märkte in Vietnam, in Kambodscha und in Malaysia abgenommen. DKSH bietet unter dem Leitthema «market expansion» einen Service an, der einen erheblichen Teil der Wertschöpfungskette abdeckt.
Die Umsatzeinbrüche in Europa trafen 2009 naheliegenderweise auch DKSH, da z. B. die Automobil-, die Kosmetik-, die Lebensmittel- und die Konsumgüterindustrie mit speziell entwickelten Rohmaterialien beliefert werden. Die Einheit Performance Materials litt unter Formschwächen; die inzwischen erfolgte Ablösung der beiden Topmanager von dieser Einheit und von der Einheit Technologie dürfte ein Zeichen sein, dass es auch betrieblich nicht überall rund gelaufen ist. Wolle machte jedenfalls klar, dass DKSH vielfältige Chancen hat, um in Asien, der Wachstumsregion par excellence, aus innerer Kraft weiter zuzulegen. Wichtige Tatsache ist, dass Asien als Absatzmarkt in der Krise besser abschnitt denn als Beschaffungsmarkt, weil die Nachfrage aus den westlichen Industrieländern phasenweise förmlich zusammengebrochen war.
Mit freundlicher Genehmigung der Neuen Zürcher Zeitung. Erschienen in der "Neuen Zürcher Zeitung" am 05.05.2010.
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